Nach einigen Enttäuschungen mit digitalen Amp Nachbildungen habe ich mich entschlossen noch ein letztes Mal einen digitalen Modeller zu Testen. Alle digitalen Imitationen klangen in meinen Ohren, künstlich, zu wenig dynamisch und in der Ansprache nicht mit einem richtigen Röhrenamp zu vergleichen.
Ich gestehe ich bin Röhrenamp Fan!
Mir waren die Arbeiten des, in unserer Nachbarstadt Recklinghausen beheimateten, Synthesizer Herstellers Christoph Kemper mit seinen Access Geräten schon länger ein Begriff. Die qualitativ hochwertigen Geräte, die Nutzerfreundlichkeit und das Support-Team der Firma Access gaben für mich den Ausschlag es doch noch einmal mit der digitalen Modeller zu versuchen.
Allerdings geht das Konzept des Kemper-Amp doch weit über das hinaus was Line6 oder ProTools mit dem Eleven Rack derzeit ihren Kunden anbieten. Dazu später mehr.
Im Vorfeld las ich in verschiedenen Testberichten und Foren, dass die Werkspresets qualitativ etwas abfallen würden und dass das System noch zu viele Bugs hätte und es öfter zu abstürzen käme. Deshalb dachte ich mir, ich nehme einen kurzen Demotrack als Test ausschließlich mit Werkspresets auf, um zu sehen was die Grundausstattung leisten kann. Die eigentliche Besonderheit des Kemper soll es jedoch sein, Sound Profile eigener Amps erstellen und jederzeit abrufen und tauschen zu können.
Soundübersicht:
Rhythmusgitarre 1: Marshall Gollub Crunch und Dry Metal
Rhythmusgitarre 2: Vab Lead und Dual Boogie Hi Gain
Leadgitarre: Dry Metal und Dual Boogie Hi Gain
Bass: Avalon DI Box
Drums: Native Instruments Maschine Samples
Zusammenfassung:
Mir macht das gerät Spaß. Die Sounds lassen für mich erstmals das Gefühl eines analogen Röhrenamps aufkommen. Die Klangregelung arbeitet zufriedenstellend, die Effektsektion erfüllt gängige Standards und ich kann mit meinem Midi Footpedal die Sounds schnell genug umschalten. (Im Vergleich zum Eleven Rack benötigte ich wesentlich weniger Zeit um die gewünschten Sounds zu erstellen die mir vorschwebten.)
Bugs und Abstürze von denen ich gelesen hatte, konnte ich keine feststellen. Das Updaten des Betriebssystems geht einfach und unkompliziert über die Bühne.
Die meisten Werkssounds sind okay (die Sounds von Peter Fischer mag ich bisher gar nicht). Ein riesen Pluspunkt besteht jedoch in der Möglichkeit mit anderen Kemper Benutzern im Forum erstellte Profile/Rigs zu tauschen. Hiermit erhalten wir ein offeneres System als bei bisherigen Geräten anderer Hersteller. Sollten mir die Werkssound oder von mir erstellten Profile meiner Amps nicht mehr gefallen, suche ich einfach nach neuen.
Und welchen Amp Freak hätte zum Beispiel nicht immer schon mal über einen Fender Vibrolux BJ. 1972, abgenommen mit einem Royer 121 und einem AKG 414 spielen wollen.
Nachteil: Ich könnte mir vorstellen, dass man bei der Fülle an Ampprofilen die man sich downloaden kann, im Laufe der Zeit den Überblick verliert welcher der 2000 Sounds
Bisher bin ich sehr angetan von dem Gerät. Im nächsten Test versuche ich eigene Amp Profile zu erstellen und anschließend muss geklärt werden, wie sich das ganze im Band Kontext einsetzen lässt.











