angewandte Optometrie: Das Buchstaboskop 2007

wenden wir uns nun, mit meinem Freund Merrit Jaboksen,
dem Entdecker und Erforscher des monolithischen, oft begleitet von einem seiner alter Egos, dem Thema der Transparenz im Feld der Optometrie zu.
Im folgenden lesen sie Bitte seine Erklärungen zum
Buchstaboskop.

“Da die Welt besser begriffen als verstanden werden kann gibt es das Buchstaboskop, ein optomechanisches Gerät aus dem Jahr 2007.

Nichts ist so durchsichtig wie die Transparenz

Bildunterschrift: Nichts ist so durchsichtig wie Transparenz.
Ist da nichts gemeint oder etwa das Nichts?
oder ist vielleicht alles undurchsichtiger als Transparenz – warum kann man aber den Kupferstreifen nicht klar erkennen – ist das Buchstaboskop vielleicht gar nicht so transparent wie es behauptet?

Viele Fragen. Da man sich nur entwickeln kann, wenn etwas nicht funktioniert, denkt man auch nur über etwas nach wenn man es nicht versteht. Irritierend nur, dass das Buchstaboskop existiert – auch ganz ohne eineindeutige Theorie.”
[ diese Ausführungen sind zu finden auf einer Werbe Postkarte für die FORMART Designmesse vom 4. bis 6. April 2008 in der Maschinenhalle Friedlicher-Nachbar, Bochum]

interessant wir werden Sie weiterhin über diesen Wissenschaftszweig auf dem laufenden halten.
Und vielleicht wird es auch möglich sein, diesen vieldiskutierten Wissenschaftler an dieser Stelle einmal ausgiebig zu interviewen. NUn wir werden sehen. Vorerst empfehle ich ausgiebig auf der Seite www.gmdf.de zu surfen.

algunas reflexiones para el dia … Jean Baudrillard[3]

RIP

In den letzten beiden Blogs hatte ich Zitate aus Jean Baudrillards Buch “Die Intelligenz des Bösen” veröffentlicht. Die bisherigen Zitate stellen in meinen Augen eine prägnante und kurze Darstellung unserer nach-metaphysischen Zeit dar.

Doch bieten beide Zitate einigen Anlass zum Grübeln. Wie ist es zu verstehen wenn Baudrillard davon spricht, dass wir in einer Welt leben die jegliche Illusion abstreift und es damit einhergehend zu einer “Verneinung des Realen als solchem” kommt? Etwas später führt er diesen Gedanken etwas genauer aus. “Die Welt hat einen derartigen Grad an Realität erreicht, dass sie nur noch um den Preis einer unablässigen Verneinung zu ertragen ist.” (Ebd.; S.21)

Baudrillard geht es nicht um die verwegene Auffassung, dass das Reale als physische Komponente verschwindet. (vergl. S.14) Für ihn geht es um die meta-physische Komponente. Nennen wir es “um das verschwinden des Realen als Idee”. Aber auch diese Einschränkung hört sich für uns Menschen des Alltags geradezu verwegen an. Um ihn ansatzweise zu verstehen, hilft uns daher eher die Begrüßungsformel aus dem Film “Matrix.

matrix

Dort heißt es: “Welcome to the desert of the real”, dies trifft eher den Kern der Dinge:das Reale dehnt sich ähnlich einer Wüste immer weiter aus, alle Träume, Leidenschaften, Listen und Tricks, haben an Wirkung verloren, oder werden über die Konstante Konsum de-sublimiert. Dadurch, dass unsere Welt unerträglicher wird, suchen wir nun unser Heil in der Welt des virtuellen. Quasi der Hintertür des Realen, verbunden mit der Hoffnung unsere seelischen Innenräume dort gut aufgehoben zu wissen.

Wenn ich Baudrillard richtig verstehe benötigen wir aber anscheinend die Illusion und das Imaginäre, ohne sie in virtuelle Hinterzimmer zu verbannen, als eine Art antagonistischen Gegenspieler zur Realität, damit wir einen Standpunkt in Bezug zur Welt des Faktischen beziehen können. Fällt dieser Standpunkt weg überschreiten wir eine Demarkationslinie in der unser Bewusstsein nunmehr die Welt der Illusion, in die Welt des Realen einbetten muss. Unser Bewusstsein, welches sowohl unsere Wirklichkeit als auch unsere Illusion produziert, manövriert sich durch diese Vermischung ursprünglich getrennter “Welt-Erschaffungsmaßnahmen”, in arge Schwierigkeiten und beginnt sowohl das Reale, als auch das Imaginäre aufzulösen.

Doch wie soll dies sieht dies praktisch aussehen ? Betrachten wir das Beispiel einiger
World of Warcraft Spieler.
In diesem Online-Rollenspiel übernimmt der Spieler die Rolle eines bestimmten Charakters, der im Verlauf der Spielentwicklung an Erfahrung, Fähigkeiten, Geld, Ansehen, Reit- und Flugtieren gewinnt.
My second World of Warcraft character screenshot.

Durch die Entwicklung der Moderne ist es uns heute nicht mehr ohne weiteres möglich archetypische Rollen, z.B. die des Kriegers, Jägers, Schamanen, Druiden oder Hexenmeisters in unserer Realität auszuleben. Das Spiel bietet mit seiner virtuellen Welt nunmehr die Möglichkeit in diese Welt der Illusion einzutauchen und diese Gefühlswelten für eine gewisse Zeit ausleben zu können. Durch den Online Status sind wir vernetzt mit einer Gemeinschaft von anderen Spielern, um in Kommunikation zu treten, Handel zu betreiben, oder Aufgaben (Quests) zu lösen, die der Einzelspieler allein gar nicht bewältigen könnte. Wir haben hier also eine fast perfekte Simulation wichtiger Elemente der Welt. Der Erfolg dieses Spiels liegt, im Gegensatz zu dem letztjährig “gehypten” “Second Life”, wohl genau in seinem Spielcharakter begründet.

Ich möchte an dieser Stelle gar nicht in das medial oft angewandte “World of Warcraft-bashing” einsteigen, obwohl die Gefahren sicherlich nicht von der Hand zu weisen sind, sondern versuche mir nur die Gedanken Baudrillards anzueignen. Außerdem ließe sich oben angeführtes Beispiel auch auf “Counterstrike-Spieler”, “exzessive Blogger”, “Internet Junkies”, “social-network-friends” und vielleicht sogar auf “Eisen-Bahn Freaks” anwenden.
(hier bliebe noch einmal zu definieren wie wir den Begriff “virtuell” in diesem Sinne fassen wollen ;)

“Die Realität ist der Virtuellen Realität zum Opfer gefallen. … Die Substituierung der Welt ist vollständig; das Virtuelle ist deren identische Verdopplung, das perfekte Trugbild; … Wir sind somit aus dem Stadium der objektiven Realität in ein nachfolgendes Stadium eingetreten, in eine Art Hyperrealität, die sogleich der Realität wie der Illusion ein Ende setzt.” Ebd.; S.23)

Tja, … aber mit diesen aufmunternden Worten, kommen wir bestimmt gut durch die Woche. Außerdem muss ich noch meinen Keller aufräumen. Aber wer möchte schon in die Redeweisen seiner Gr0ßeltern verfallen, von denen wir gelernt haben, dass früher sowieso alles besser war.

Und wie Baudrillard selbst zugibt “Die Welt ist so, wie sie ist” (Ebd.; S.22).

P.s. [Das schöne an Philosophie ist ja, dass man manchmal das Gefühl hat man landet nach
minutenlangen Nachdenken bei sehr banalen Aussagen]

algunas reflexiones para el dia … Jean Baudrillard[2]

“Da die Welt nicht mehr in einer anderen Welt ihre Rechtfertigung finden kann, muss sie sich nunmehr in dieser selbst rechtfertigen, indem sie sich die Kraft der Realität gibt und jegliche Illusion abstreift. Doch durch jenen Effekt der Gegenübertragung wächst zur gleichen Zeit die Verneinung des Realen als solchem.”

(Baudrillard, J.: Die Intelligenz des Bösen, Wien: Passagen Verlag 2006, Seite 22)