“There is always a rhythm
to the space between things”
Paul D. Miller
Sound Unbound, page17, MIT Press, 2008
andreas wildenhain´s blog
Paul D. Miller
Sound Unbound, page17, MIT Press, 2008
“lieber einmal im Leben einen Gedanken selber denken, auch wenn dieser falsch ist, als immer nur auswendig gelerntes daher zu reden, auch wenn dieses richtig ist”
andreas wildenhain
Guten Abend meine Damen und Herren,
nun, ich bin unter anderem immer noch bei meiner derzeitigen Lektüre:
“Die Intelligenz des Bösen” von Jean Baudrillard. Dies hat aber nicht unbedingt etwas mit der Geschwindigkeit meines Buchstabiervermögens zu Tun (sie erinnern sich der letzte Post zum Thema Baudrillard ist schon eine Weile her).
Zugegeben Baudrillard ist ein Denker der nicht in jedem zweiten Satz betont, dass auch er Kant gelesen hat und ihm haftet auch immer noch etwas der Makel an, zumindest bei uns im Dorf, den Hype um das postmoderne Denken angezettelt zu haben. Aber gerade dies macht es für uns kreative Menschen, mit einer monolithischen Vergangenheit gerade wieder interessant. Schauen wir uns im folgenden einige Ausführungen zum Thema Kunst, aus seinem Buch “Die Intelligenz des Bösen” (Passagen Verlag) an.
(Wahlweise lassen sich die Begriffe “Kunst” und “malen” auch durch “Musik”, “Jazz” “idm” und “spielen”, ersetzen ohne den Sinn schwer zu verfälschen).
“Die Kunst ist einfach das, wovon in der Welt der Kunst, in dieser künstlerischen Gemeinschaft, die völlig auf sich selbst bezogen ist, die Rede ist.
Der “schöpferische” Akt selbst wiederholt sich, um nur noch Zeichen seines eigenen Operierens zu sein – das wahre Sujet des Malers ist nicht mehr das, was er malt sondern, die Tatsache, dass er malt.
Er malt die Tatsache, dass er malt. Zumindest auf diese Art bleibt die Idee der Kunst intakt.”
(ebd. S.92)
Seit 1749 sind die Zeiten nicht unbedingt komplizierter geworden, als es infolge der Aufklärung schick geworden ist, sich selbst intellektuell in Raum und Zeit zu Positionieren, nur eben anders. Die Betrachtung der Dinge hat sich geändert. Baudrillard würde sagen unser Verhältnis zur Realität hat sich gewandelt.
Seit Marcel Duchaumps sind Künstler im Besitz einer Produktionstechnologie, die es erlaubt alles und zu jeder Zeit zu Kunst zu verwandeln. Eine Zunahme an Abstraktheit gepaart mit einer diabolischen Lust an der Entdeckung des hässlichen, mag nicht jeder Konsument teilen und so erfordert es ein gewisses Maß an Frustrationstoleranz, wenn man dem einen oder anderen Künstler heutzutage auf den Leim gehen möchte.
Wer gerade kein Beispiel zur Hand hat möge einmal kurz bei meinen MySpace Freunden “Venetian Snares” oder “Japanische Kampfhörspiele” vorbei surfen und sofort wissen alle was ich meine.
Wobei festzuhalten bleibt: beide Bands sind fantastisch, man muss sich nur auf sie einlassen können.
Und wer Diskussionen von ambitionierten Jazz Musikern zum Beispiel bei der Popkomm oder bei den neu in Mode kommenden Jazz Messen verfolgt, in denen meist die Haltung gepflegt wird, wie schwierig die gesamte Situation ist und wie man die Menschen dazu bringen kann doch endlich wie bei unseren europäischen Nachbarn in Frankreich mehr Jazz zu konsumieren, wird bestätigt sehen, dass sich Interessensgruppen oft nur noch für sich selbst interessieren.
Bei den örtlichen Imkern ist dies zwar auch der Fall, doch von denen nimmt keiner in Anspruch den Honig mit Löffeln gegessen zu haben.
Doch zurück zu Baudrillard. Seiner Meinung nach stellen die Kunstproduzenten die eine Seite des Komplotts dar. “Die andere Seite ist die des Zuschauers, der – dadurch, dass er die meiste Zeit nichts von alledem versteht- seine eigene Kultur in einem metaphorischen Sinne konsumiert. Er konsumiert buchstäblich die Tatsache, dass er nichts davon versteht und für nichts von dem eine Notwendigkeit besteht, außer dem Imperativ der Kultur, der Zugehörigkeit zum integrierten Schaltkreis der Kultur”. (ebd. S.93)
nadannguteNachtMarie…
wenden wir uns nun, mit meinem Freund Merrit Jaboksen,
dem Entdecker und Erforscher des monolithischen, oft begleitet von einem seiner alter Egos, dem Thema der Transparenz im Feld der Optometrie zu.
Im folgenden lesen sie Bitte seine Erklärungen zum
Buchstaboskop.
“Da die Welt besser begriffen als verstanden werden kann gibt es das Buchstaboskop, ein optomechanisches Gerät aus dem Jahr 2007.
Bildunterschrift: Nichts ist so durchsichtig wie Transparenz.
Ist da nichts gemeint oder etwa das Nichts?
oder ist vielleicht alles undurchsichtiger als Transparenz – warum kann man aber den Kupferstreifen nicht klar erkennen – ist das Buchstaboskop vielleicht gar nicht so transparent wie es behauptet?
Viele Fragen. Da man sich nur entwickeln kann, wenn etwas nicht funktioniert, denkt man auch nur über etwas nach wenn man es nicht versteht. Irritierend nur, dass das Buchstaboskop existiert – auch ganz ohne eineindeutige Theorie.”
[ diese Ausführungen sind zu finden auf einer Werbe Postkarte für die FORMART Designmesse vom 4. bis 6. April 2008 in der Maschinenhalle Friedlicher-Nachbar, Bochum]
interessant wir werden Sie weiterhin über diesen Wissenschaftszweig auf dem laufenden halten.
Und vielleicht wird es auch möglich sein, diesen vieldiskutierten Wissenschaftler an dieser Stelle einmal ausgiebig zu interviewen. NUn wir werden sehen. Vorerst empfehle ich ausgiebig auf der Seite www.gmdf.de zu surfen.
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