Vor einigen Wochen erhielt ich eine Mail von den Betreibern des Ruhrjazz.net, einem Anfang des Jahres gegründeten Internet-Jazz-Portals, mit dem Hinweis, dass man mich gerne als Jazzmusiker verlinken möchte. Dies bietet eine gute Gelegenheit das Portal einmal genauer zu betrachten.
Wie oft ist es mir schon so ergangen, dass ich morgens die Zeitung aufschlage und die Rezension eines Jazz Konzerts lese, dass ich eigentlich auch gerne besucht hätte, … wenn ich vorher davon gewusst hätte. Aus welchen Gründen auch immer, vergisst man doch schnell einmal, im Programm des Domicil Jazz Clubs, oder der Philharmonie Essen nachzusehen, was eigentlich an Programm stattfindet.
Das kann jetzt anders werden, denn dass RuhrJazz.net verschafft uns mit einem Klick alle Informationen zur lokalen Jazz-Szene und dem gesamten Jazz Veranstaltungskalender des Ruhrgebiets.
Zu finden gibt es darüber hinaus:
News und Reviews von Veranstaltungen sowie eine umfangreiche Linksammlung über Initiativen, Musiker, Veranstalter, Festivals u.v.m.
Um die Jazz Szene steht es ja bekanntlich nicht besonders gut bestellt, so hat z.B. das Magazin JazzThetik seine jährlich erscheinende Heftanzahl um die Hälfte verringert. Dies hat zur Folge, dass eine große Anzahl an Veranstaltungs-Tipps und Infos für Fans wegfällt, da das Heft nur noch zwei monatlich erscheint.
Jazz war bisher nicht unbedingt die Lieblingsmusik der Massen. Und das ist auch völlig in Ordnung. Trotzdem erscheint es mir umso wichtiger, bei den immer knapper werdenden öffentlichen Kassen, welche die ohnehin schon lächerlich anmutenden Förderbeträge der Jazz-Initiativen kürzen, der Schließung vieler Jazz Clubs und dem nun wahrscheinlich anstehenden Festivalsterben, die Interessen aller Jazzmusiker und Fans zu bündeln. (Anm. das Jazz Baltica Festival steht vor dem Aus und beim Moers Festival gehört diese jährlich geführte Diskussion schon zum Festival dazu.)
Angesichts dieser Ausgangslage und der nicht gerade ermutigenden Perspektiven, erscheint mir das RuhrJazz. net Portal ein Schritt in die richtige Richtung zu sein.
Der anstehende Prozess der lokalen Jazz Szene hin zu einer neuen, professionalisierten Form der Selbstorganisation und Selbstvermarktung, in Zusammenhang mit einem “Online Info Apparat”, ist vielleicht in der Lage, das diskursive Feld des Jazz in ein besseres Licht zu rücken. Und vielleicht sind es sogar die multimedialen Möglichkeiten des Internet, die in den kommenden Jahren ganz neue Fans anziehen und neugierig machen und vielleicht so zum Besuch einer lokalen Jazz Formation anregen. Und darüber hinaus bietet das Ruhrgebiet durch seine eigenartige Dezentralität, vielleicht sogar das spannendere Potential an kreativen Köpfen, als die bekannten und großen Szenen Köln oder Berlin.
Als weitere Anregungen für das Portal könnte ich mir gut Interviews, sowohl mit den Stars unserer Szene, als auch mit interessanten Bands oder herausragenden Projekten vorstellen.
CD Rezensionen wären schön, vielleicht im Stile des großen amerikanischen Portals: All About Jazz. Dort wird sowohl Journalisten als auch angemeldeten Fans die Möglichkeit gegeben Rezensionen zu schreiben. Und die Verlinkung des Veranstaltungskalenders mit sozialen Plattformen wie FaceBook oder Twitter, scheint mir nur eine Frage der Zeit zu sein.
Ich wünsche den Betreibern viel Glück und bin gespannt wie und wohin sich das ganze Projekt entwickeln wird.









Du hast mit Deinem Artikel über ruhrjazz.net den Nagel auf den Kopf getroffen. Nur gemeinsam sind wir stark!, denn das Leben ist halt ein Nehmen UND Geben.