Nachdem die letzten Beiträge etwas technoider Natur waren komme ich zurück zu Literatur und Philosophie, da mir immer mal wieder Textpassagen etwas länger zu denken geben, ist hier ein guter Ort um diese zu kontemplieren.
Jean Baudrillard: Die Intelligenz des Bösen
Die mentale Diaspora der Netzwerke
“Video, interaktiver Bildschirm, Multimedia, Internet, Virtuelle Realität: die Interaktivität bedroht uns von allen Seiten. Überall wird vermischt, was getrennt war, überall wird die Distanz abgeschafft: zischen den Geschlechtern, den Gegensätzlichen Polen, zwischen Bühne und Saal, den Protagonisten der Handlung, Subjekt und Objekt, dem Realen und seinem Double.
Und die Begriffsverwirrung, diese Kollision der Pole führt dazu, daß keine Werturteile mehr möglich sind: weder inder Kunst, noch in der Moral, noch in der Politik.
Durch die Abschaffung der Distanz, der “Pathos” der Distanz wird alles unentscheidbar.”
(aus Jean Baudrillard: Die Intelligenz des Bösen Passagen Verlag,2006, s.65)

