Mit dem 1. Pro Jazz Festival 2008 in Dortmund präsentiert sich zur Abwechslung eine soziales Netz in einem realen Raum und nicht nur virtuell über Myspace, Facebook, Wikipedia, oder YouTube .
Über 16 Bands und Projekte der Region um Dortmund fanden Gelegenheit, sich und ihre Arbeiten einer interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Hatte ich Anfangs Zweifel, ob die Menge an Bands des Guten nicht etwas zuviel wäre, so begeisterte mich im Laufe des Abends die Idee, mit kurzen 30- minütigen Auftritten einen umfassenden Einblick in die Dortmunder Szene kreativer Musik mit ihren Facetten von World Music, Hard Bob, Avantgard, Mainstream, Electronic bis zu Fusion zu geben.
Konzeptionelle Festivals gibt es einige, die es sich auf hohem Niveau zur Aufgabe gemacht haben, spannende musikalische Begegnungen zu präsentieren. Als Beispiele seien an dieser Stelle das “Jazz Baltica Festival” oder “europhonics” Festival genannt (alle empfehlenswerten Festivals zu nennen, würde diesen Rahmen etwas sprengen).
Ein Festival mit der Gewichtung der Pro Jazz- Veranstalter habe ich aber in dieser Form noch nicht kennen gelernt. Gerade weil lokale Künstler bei größeren Veranstaltungen gegen internationale Musikerkollegen oft doch den Kürzeren ziehen, erscheint es mir wichtig, zur Abwechslung einen lokalen Bezug zu setzen.
In den Räumen des Dortmunder Jazzclubs Domcil erhielten die Musiker Gelegenheit, an einem Auftrittsort zu spielen, der auch kammermusikalisch ausgerichteten Ensembles entgegen kam (ein Industrieambiente mag durchaus mal witzig sein, den musikalischen Zweck erfüllt die Werkstatt eines Autohauses aber mit Sicherheit nicht). Die Bands und Projekte dokumentierten ihr hohes Niveau und es waren definitiv keine Namen von Superstars notwendig, um die Qualität der heimischen Musiker für sich sprechen zulassen.
Ich hoffe, dass die Pro Jazz- Verantwortlichen genügend Resonanz auf ihr Festival erhalten, um es in dieser oder ähnlicher Form fortsetzen zu können und es einmal mehr die Möglichkeit geben wird, die Vielfältigkeit der
Jazz- Szene im Ruhrgebiet zu inszenieren, ohne den Kunstgriff großer Namen zu bemühen zu müssen.
andreas wildenhain










Ganz neu ist das Konzept nicht. Beim Festival der Jazz-Offensive Essen (J.O.E.) durften früher nur Bands mit wenigstens einem Essener Mitglied spielen. Mehrere Bühnen gleichzeitig gab es immer schon bei der domicil-Weihnachtsmatinee im Opernhaus.
stimmt mir ging es aber auch gar nicht um die Idee des Neuen.
Vielmehr fand ich interessant, dass man ab einer Anzahl von 16 – 20 Bands oder Projekten, eine Idee erhält wie eine lokale Szene aufgestellt ist.
Während mir andere Festivals eher an einzelnen Projekten interessiert zu sein schienen, hatte ich hier den Eindruck das es wohl um das Ganze ginge^^
andreas wildenhain